Arbeitspflicht und Sklaverei


Veröffentlicht am Sonntag, 24. März 2019

Mehr hat Sozialministerin Hartinger-Klein nicht gebraucht: Kaum hatte sie ihre Idee präsentiert, Asylanten und „subsidiär Schutzberechtigte“ in die Pflicht nehmen zu wollen und für die von ihnen aus den Händen ungefragter Nettosteuerzahler empfangenen Wohltaten eine Gegenleistung einzufordern, sahen sich die progressiven Kräfte des Landes – allen voran die üblichen Verdächtigen von den „liberalen“ NEOS -, schon wieder an die finstersten Zeiten des Landes erinnert. Prompt wurde von ihnen das Bild erneut durchs Land ziehender brauner Kolonnen gezeichnet. Der pawlowsche Reflex, bei jeder noch so unpassenden Gelegenheit den Nationalsozialismus wiederauferstehen zu lassen, ist offenbar nicht umzubringen.

Es würde den dauerempörten Damen und Herren gut anstehen, den Ball etwas flacher zu halten. Anstatt mit größtem Furor gegen die angeblich geplante „Zwangsarbeit“ für Asylanten vom Leder zu ziehen, sollten sie einmal darüber nachdenken, wie es ganz gewöhnlichen Bürgern und Steuerzahlern im Land der Hämmer ergeht und was mit deren Einkommen geschieht.

Ein von der Wiener Denkfabrik Agenda Austria entwickelter „Bruttomat“ gibt Auskunft über die grausame Wahrheit, die auf den monatlich ausgehändigten Lohnzetteln der Arbeitnehmer nicht in ihrem vollen Ausmaß abgebildet wird. Ein Beispiel: Das Durchschnittliche Bruttoeinkommen von Herrn und Frau Österreicher liegt bei jährlich 31.804,-. Das entspricht 2.272,- Euro monatlich. Bei diesem Bruttobezug kassiert der Staat 9.580,- Euro, die gar nicht erst auf dem Lohnzettel aufscheinen. Dabei handelt es sich um die Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung und zum Familienlastenausgleichsfonds, sowie um Kommunalsteuern. Die dem Dienstgeber erwachsenden und vom Arbeitnehmer natürlich zu erwirtschaftenden Kosten belaufen sich somit auf 41.388,- Euro. Davon bleiben dem unselbständig Erwerbstätigen ganze 23.105,- Euro – das sind gerade einmal 55,83 Prozent.

Damit endet der staatliche Raubzug aufs Einkommen aber noch längst nicht, denn es sind ja schließlich auch noch Tribute in Form von Verbrauchssteuern abzuführen, die sich beim Großteil der Waren auf 20 Prozent belaufen. Kraftfahrzeuge, Treibstoffe, und Tabakwaren sind erheblich höher, Lebensmittel und verschiedene Dienstleistungen dafür mit „ermäßigten Steuersätzen“ von 10 oder 13 Prozent belastet. Unter der Annahme, dass das Einkommen vollständig verkonsumiert wird und der Normalsteuersatz zur Anwendung kommt – jeder an der Kasse bezahlte Betrag enthält somit 16,7% Mehrwertsteuer -, kassiert der Staat vom verbleibenden Nettolohn nochmals saftige 3.858,- Euro.

Am Ende bleiben dem Werktätigen 19.246,- Euro übrig – das sind magere 46,5 Prozent. Der Löwenanteil landet indes beim Leviathan. Bei „Besserverdienern“ mit 4.500,- monatlichem Bruttogehalt, fällt die Bilanz noch wesentlich ungünstiger aus: Bei einem Jahresnetto von 39,894,- Euro liefern diese bedauernswerten Individuen 42.080,- Euro an direkten Steuern und Abgaben beim Fiskus ab. Dazu addieren sich dann noch die Konsumsteuern. Das bedeutet, dass der Staat von seinen „besserverdienenden“ Insassen schlanke 2/3 deren Einkommen kassiert, um damit so wunderbare Dinge, wie etwa das Studium von Genderwissenschaften zu ermöglichen, märchenhafte Politikergehälter und –Pensionen auszuschütten oder 10.000ende „Flüchtlinge“ gründlich zu verwöhnen.

Wenn aber schon der Durchschnittsverdiener weniger als die Hälfte des von ihm erwirtschafteten Einkommens behalten darf, muss die Feststellung erlaubt sein, dass es keinesfalls unbillig ist, von rundumbetreuten Immigranten ein Minimum an Gegenleistung einzufordern.

Wer weniger als die Hälfte oder gar nur ein Drittel seines Verdienstes behalten darf, fristet ein Leben in einer etwas gemilderten Form der Sklaverei. Dass die Sozialisten in allen Parteien das toll finden, verwundert nicht wirklich. Dass dieser Skandal auch die „Liberalen“ nicht im Geringsten zu kümmern scheint, ist allerdings bemerkenswert.

Link zum „Bruttomat“ der Agenda Austria: https://www.agenda-austria.at/deineleistung/

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Ing. Andreas Tögel
Mittelstandsprecher