EZB setzt falschen Kurs fort


Veröffentlicht am Freitag, 6. Juni 2014

Es ist erschreckend, wie konsequent die Europäische Zentralbank ihren falschen Kurs fortsetzt, der auf einer vollkommen fehlgeleiteten Diagnose basiert: Der ökonomische Abschwung ist kein „Krankheitssymptom“, das es zu bekämpfen gilt, sondern ist Ausdruck des „Gesundungsprozesses“ einer Volkswirtschaft.
„Es ist wie beim Menschen: Fieber ist auch keine Krankheit, sondern eine Maßnahme des körpereigenen Immunsystems zur Bekämpfung einer Infektion“, führt FD-Wirtschaftssprecher Markus Fichtinger aus.

Das aus dem Nichts geschaffene Geld hält die Zinsen „künstlich“ niedrig und die Preise realer Güter „künstlich“ hoch. Eine neue Blase wird geschaffen, die die alte ablösen soll. Anstatt also eine „kleine“ Rezession zuzulassen, versuchen sich die Geldpolitiker von Blase zu Blase zu retten. Tatsächlich wird aber die notwendige Korrektur nur zeitlich verschoben. Und sie wird umso schmerzhafter ausfallen, je länger gewartet wird.

Die Widersprüchlichkeit der EZB-Politik springt ins Auge: Einerseits soll der Kreditvergabe der Geschäftsbanken an die Unternehmen durch Strafzinsen für Einlagen bei der Zentralbank auf die Sprünge geholfen werden. Anderseits aber wird durch verschärfte Eigenkapitalvorschriften („Basel III“ zwingt die Banken zu einer höheren Eigenkapitalquote im Verhältnis zu ihren Ausleihungen an Unternehmen) die Kreditvergabe erschwert.
FD-Mittelstandssprecher Andreas Tögel: „Es ist, als ob man gleichzeitig Vollgas gibt und bremst. Etwas derart Widersinniges kann nur Zentralplanwirtschaftlern einfallen, die noch nie die Luft eines freien Marktes geatmet haben…!“