Aktuelles


Zeiten schlechten Geldes sind Zeiten guter Theorie

Veröffentlicht am Samstag, 7. Dezember 2019

(Friedrich August Hayek)

Das oben stehende Zitat mag
einst seine Berechtigung gehabt haben. Heute kann davon indes keine Rede mehr
sein. Würden in den amtlichen Teuerungsstatistiken nämlich auch die Preisentwicklungen
bei Immobilien und Aktien berücksichtigt, wäre jedermann sofort klar, wie
schlecht unser Geld in Wahrheit ist. Die angeblich unter zwei Prozent liegende
Teuerungsrate würde schlagartig in Richtung zehn Prozent hochschnellen.

Der US-Dollar hat
seit Gründung des Federal-Reserve-Systems im Jahr 1913 rund 97 Prozent seiner
Kaufkraft verloren. Beim Euro ist es seit seiner Einführung anno 2002 deutlich
mehr als die Hälfte. Wer in Euroland regelmäßig Lebensmittel einkauft, weiß
über den Wert des monopolisierten Esperantogeldes Euro bestens Bescheid.

Dass das Geld ganz offensichtlich schlecht ist, beruht – nachzuschlagen beim Träger des Alfred-Nobel-Gedächtnispreises für Wirtschaftswissenschaften 1974, Hayek – auf mangelnder Konkurrenz. Denn Wettbewerb nützt jedermann -, ist der Treibstoff jeder Wirtschaft. Ein Monopol hingegen ist nur gut für den, der es hat, und schlecht für … Weiterlesen »


Traum und Wirklichkeit: der Glaube versetzt keine Berge!

Veröffentlicht am Donnerstag, 28. November 2019

Die
von ihrer Weisheit und Allmacht überzeugten politischen Eliten wähnen sich in
einer Welt, in der die von ihnen beschlossenen Gesetze zwingend das gewünschte
Ergebnis herbeiführen. In ihrer Phantasie sorgt ein „Mietendeckel“ für billigen
Wohnraum, hoheitlich erzwungene Mindestlöhne bewirken kollektiven Wohlstand,
und strenge Waffengesetze schließen zuverlässig jede Bluttat aus. Davon, wie
„hervorragend“ das alles in der wirklichen Welt funktioniert, kann jedermann
sich täglich selbst ein Bild machen.

Umso erstaunlicher ist es, dass nicht nur die anmaßende
Politnomenklatura, sondern auch ein beachtlicher Teil der gegängelten und
ausgeplünderten Untertanen blindlings auf die wundersam segensreiche Kraft
staatlicher Kommandos vertraut. Viele der Beherrschten sind geradezu süchtig
nach immer mehr Vorschriften, Verboten und Steuern (etwa in Sachen CO2), auf
dass ihre eigenen Handlungsmöglichkeiten am Ende dermaßen eingeengt werden,
dass sie überhaupt nichts mehr falsch machen können. Ganz besonders wichtig ist
es vielen Zeitgenossen, ins Leben anderer hineinzuregieren, denen es zu
verbieten gilt, was ihnen selbst entbehrlich erscheint.

Umso größer das Erstaunen, wenn … Weiterlesen »


Die Nullzinsfalle und die Suche nach Auswegen

Veröffentlicht am Sonntag, 10. November 2019

Dilemma, so das
Internetlexikon „Wikipedia“, auch „…Zwickmühle, bezeichnet eine Situation, die zwei
Möglichkeiten der Entscheidung bietet, die beide zu einem unerwünschten
Resultat führen. Es wird durch seine Ausweglosigkeit als paradox empfunden.“

Gegenwärtig befinden sich die Zentralbanken beiderseits des Atlantiks, im Hinblick auf die Gestaltung ihrer Zinspolitik, in exakt dieser „paradoxen“ Lage. Halten sie an der Niedrig- oder Nullzinsstrategie fest, zerstören sie die Geldvermögen der Sparer, blasen die Vermögenspreisblase noch weiter auf und treiben die bereits jetzt besorgniserregende Ausmaße erreichende „Zombifizierung“ der Unternehmenslandschaft weiter voran. Verlassen sie aber den rezenten Kurs und heben den Leitzins auch nur moderat an – etwa auf die Höhe der offiziell ausgewiesenen Teuerungsrate (wie das der neue Gouverneur der OeNB, Robert Holzmann angedacht hat) -, wird das eine große Zahl von Unternehmen augenblicklich in die Insolvenz treiben und damit – Stichwort Dominoeffekt – in der Folge auch eine veritable Bankenkrise … Weiterlesen »


Schreckgespenst Deflation

Veröffentlicht am Sonntag, 3. November 2019

Mit Beelzebub gegen den Teufel

Dieser Tage tritt Mario Draghi, langjähriger Chef der EZB ab und übergibt sein Amt an Christine Lagarde. Eine Fortsetzung der extrem lockeren Geldpolitik (z. B. mittels regelwidriger Staatsfinanzierung durch Anleihenkäufe) und ein verschärfter Kampf gegen das Bargeld sind damit schon fix programmiert. Das Bargeld muss und wird deshalb dran glauben, weil es der kollektiven Enteignung der Geldhalter zugunsten des Staates mittels hoheitlich erzwungener Negativzinsen im Wege steht.

Leitgedanke
hinter der inflationistischen Geldpolitik beiderseits des Atlantiks, ist die
Angst vor einer Deflation, die als die schwerste Bedrohung des
Wirtschaftssystems – ja des gesamten politischen Systems überhaupt – bezeichnet
wird. Deflation, so das Narrativ der internationalen Geldsozialisten, würde
eine wirtschaftliche Abwärtsspirale mit katastrophalen Folgen in Gang setzen.
Als abschreckendes Beispiel werden die Ereignisse der 1930er Jahre genannt, in
denen – angeblich – eine deflationistische Geldpolitik in eine Wirtschaftskrise
geführt und damit dem politischen Totalitarismus in Europa das … Weiterlesen »


Sondieren geht über regieren

Veröffentlicht am Sonntag, 27. Oktober 2019

Knapp ein Monat
ist seit der Nationalratswahl ins Land gezogen. Bislang ist völlig offen, wie
die neue Regierung aussehen wird. Der smarte Jungstar, Retter der ÖVP, der alte
und höchstwahrscheinlich neue Kanzler, Sebastian Kurz, ist eben dabei, zu
„sondieren“, das heißt, mögliche Koalitionsvarianten zusammen mit den in Frage
kommenden Partnern zu prüfen. Konkrete Koalitionsverhandlungen wurden noch
nicht aufgenommen.

Regierungsfähige
Mehrheiten ohne Beteiligung der ÖVP sind rechnerisch zwar möglich, aber unrealistisch.
Zweierkoalitionen aus ÖVP+SPÖ, ÖVP+FPÖ und ÖVP+Grünen können auf die Stimmen
von mehr als 50 Prozent der Abgeordneten zählen. Eine Regierung mit Verfassungsmehrheit
(2/3 der Abgeordneten) würde indes eine Dreierkoalition aus ÖVP, SPÖ und einer
dritten Partei oder ÖVP, FPÖ und den Grünen bedingen. Beide erscheinen äußerst unwahrscheinlich.
Ohne die Abgeordnetenstimmen der ÖVP gibt es keine parlamentarische
Verfassungsmehrheit.

Kurze Rückblende: Nach der Veröffentlichung des berüchtigten „Ibiza-Videos“ (das bislang noch niemand, außer den immer noch unbekannten Auftraggebern und den Ausführenden, in voller Länge gesehen hat), hat … Weiterlesen »


Die wunderbare Welt des politischen Mittels: her mit dem Geld!

Veröffentlicht am Donnerstag, 17. Oktober 2019

Einkommen kann,
abgesehen von den Fällen in denen jemand von freiwillig gewährten,
gegenleistungsfreien Zuwendungen lebt, grundsätzlich auf nur zwei verschiedene
Arten generiert werden: mit wirtschaftlichen Mitteln (durch Produktion und
Handel) oder mit politischen Mitteln (durch Einsatz von Zwang und Gewalt). Der deutsche
Soziologe und Ökonom Franz Oppenheimer hat diesen Sachverhalt in seinem Buch
„Der Staat“ schon vor mehr als 100 Jahren eindrucksvoll dargelegt.

Einkommen, die durch wirtschaftliche Mittel generiert werden, kommen deshalb rechtmäßig zustande, da ihnen eine freiwillige Übereinkunft der Akteure vorangeht. Wer einem Schuster für die Anfertigung eines Paars Maßschuhe 1.000,- Euro bezahlt (woraus sich ein entsprechender Stundenlohn ergibt), wird von niemandem dazu gezwungen. Der Kunde kann es schließlich auch lassen und stattdessen für 50 Euro Treter aus Massenfertigung beim billigen Jakob kaufen. Auch wer einen Architekten, einen Tischler oder einen Schönheitschirurgen engagiert, bezahlt dessen Leistungen nach vorheriger Vereinbarung – ohne dass jemand auf ihn Druck … Weiterlesen »


Vom Versagen der Zentralbank-Planwirtschaft

Veröffentlicht am Samstag, 21. September 2019

Der gefährliche
Kampf gegen den Zins

Der ungekrönte
König des Schuldenkults und erfolgreiche Zerstörer des Spargedankens, EZB-Chef
Mario Draghi, hat, kurz bevor er das Zepter an die rabiate Bargeldgegnerin
Christine Lagarde übergibt, zum Abschied die Strafzinsen auf Guthaben von minus
0,4 auf minus 0,5 Prozent erhöht. Wer sein Geld nicht verprassen sondern
Kapital bilden will, wird also noch schwerer bestraft als bisher. So weit, so
schlecht.

Doch
das ist längst noch nicht alles: sobald die Briten die EU verlassen haben
werden (falls wir das noch erleben), wird sich für die „Nordländer“ in der EU
auf eine geld- und finanzpolitische Katastrophe anbahnen, da die notorischen
Schuldnerstaaten des Südens ihre Interessen dann völlig ungehemmt zulasten der
ersteren durchsetzen können. Die Umverteilung vom Norden zugunsten des „Club
Med“ wird sich weiter verstärken, weil die Zahler dann in der Minderheit sein
werden. Das wird die Sparer viele weitere Milliarden kosten und die maroden
Wirtschaftsstrukturen in Italien, Spanien und Griechenland – zum … Weiterlesen »


Waffenbesitz und das Recht auf Leben: Eine Grundsatzfrage

Veröffentlicht am Samstag, 21. September 2019

In der Debatte über Restriktionen im Hinblick auf die Verbreitung
von Feuerwaffen in Privathand stützen beide Seiten sich sich meist auf
empirische Daten. Die Verbotsfraktion führt das plausibel erscheinende Argument
ins Treffen, dass eine höhere Zahl von Waffen in Privathand mehr Gewalt bedeuten
würde. Befürworter liberaler Waffengesetze kontern mit dem Hinweis auf
Untersuchungen, die diesem behaupteten Zusammenhang widersprechen. Der US-Ökonom John Lott („More
Guns, less Crime“), Noor F. Amin von der University of Maryland („Does
Firearm Control Mean Less Gun Related Crime: An Analysis of The Relationship
Between Gun Availability and Crime”) und der Kanadier Gary Mauser von der Simon Fraser University
Burnaby („Do Triggers pull Fingers? A Look at the Gun Misuse in Canada”), um nur ein paar
zu nennen, kommen zum Schluss, dass die Zahl der in Privathand befindlichen
Waffen nicht mit der Zahl der
Gewaltverbrechen korreliert.

Einem völlig anderen
Denkansatz folgt Timothy Hsiao, seines Zeichens Instructor of Philosophy and
Humanities at Grantham … Weiterlesen »


Eigentum macht frei

Veröffentlicht am Sonntag, 8. September 2019

Der Urheber des Spruchs „Arbeit macht frei“, der Philosoph und Publizist Heinrich Beta, wollte damit im Jahr 1845 der Emanzipation vom religiösen Glauben und von der Hörigkeit gegenüber fürstlichen Herrschern das Wort reden. Der Pfarrer und deutschnationale Autor, Lorenz Diefenbach, benutzte dieselben Worte im Jahr 1873 als Titel einer Erzählung. Schließlich schmückten die Nationalsozialisten die Portale ihrer Konzentrationslager mit diesen drei Worten. Besonders als Motto am Eingang von KZs offenbart sich – neben dem beispiellosen Zynismus der nationalen Sozialisten – zugleich die Fragwürdigkeit der Aussage selbst: Arbeit macht eben nicht frei – jedenfalls nicht unter der Fuchtel eines totalitären Regimes!

Ungeachtet der Zustände in Zwangsarbeitslagern erhebt sich die Frage, wieso Arbeit frei machen sollte – und wovon? Man muss durchaus nicht dem neoklassischen Menschenbild des „Homo oeconomicus“ anhängen um zu erkennen, dass Arbeit für die meisten Zeitgenossen einen „Disnutzen“ bedeutet, der … Weiterlesen »


Mindestlöhne und „Steuergeschenke“

Veröffentlicht am Montag, 2. September 2019

Über die Eigentumsfeindlichkeit der Genossen

In Wahlkampfzeiten ist, so scheint es, alles möglich. Was im Moment zwecks Stimmenmaximierung noch fehlt, ist die Ankündigung, demnächst zur Verteilung goldener Uhren zu schreiten. An kreativen Ideen zur Bereicherung der proletarischen Massen auf Kosten von Leistungsträgern im Allgemeinen und Unternehmern im Besonderen, fehlt es jedenfalls nicht. Als „soziale Umverteilung“ beschönigte Raubzüge gegen den Klassenfeind zählen – wie immer – zum Standardrepertoire aller neidgenossenschaftlich organisierten Linken. Im Land der Hämmer verhält es sich nicht anders.

Die österreichischen Sozialisten – allen voran ihre Führerin Rendi–Wagner – sind davon überzeugt, dass Politik nicht etwa Probleme, sondern stets Lösungen für die unter dem Joch des Turbokapitalismus darbenden Lohnsklaven liefert. Und die sehen nach den Vorstellungen der gelernten Tropenmedizinerin zum Bespiel so aus: 1.700 Euro monatlicher Mindestlohn für alle. Damit nicht genug, soll dieser Betrag den Werktätigen auch noch steuerfrei ausgehändigt … Weiterlesen »